DAS KEMPTENER STADTMAGAZIN

Schulhund am Carl-von-Linde-Gymnasium in Kempten

 

Neuer Schulhund am CvL

Seit September 2025 unterrichtet Josefa Winter, Schulpsychologin und Mathelehrerin, am Carl-von-Linde-Gymnasium (CvL) in Kempten. Das ist toll, findet eine Gruppe von Redakteurinnen der Schülerzeitung „GeLinde Gesagt“ – aber noch toller ist, dass sie einen Hund hat, den sie mitbringen darf. Ein- bis zweimal in der Woche begleitet die fünfjährige Berner Sennhündin Emmi Frau Winter in die Schule. 

 

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Im Moment haben noch nicht viele Schulen in Kempten schon einen Schulhund. Deshalb wollen wir – die Schülerzeitungs-Redakteurinnen vom CvL – zunächst ein bisschen über Schulhunde im Allgemeinen informieren. Eine umfassende Schulhund-Ausbildung dauert in etwa fünf bis zwölf Monate. Diese Ausbildung müssen der Schulhund und sein Herrchen oder Frauchen gemeinsam absolvieren. Dann ist der Hund gut auf den Einsatz an der Schule vorbereitet. Für die Ausbildung gibt es spezielle Hundeschulen, Volkshochschulen oder auch spezialisierte Akademien, in denen Theorie und Praxis gelehrt wird. In Kempten gibt es beispielsweise die Hundeschule Allgäu. 

Karte mit Emmi

Warum überhaupt ein Schulhund?

Schulhunde fördern die Lernatmosphäre und mögen den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. Außerdem stören gut ausgebildete Schulhunde den Unterricht nicht. Das ist sehr wichtig für die Konzentration. Aber dafür lernt man besser und lieber, wenn ein Hund im Klassenraum ist. Wenn sich ein Schulhund neben einen setzt, motiviert der schöne Kontakt zum Lernen. Und falls es Außenseiter in der Klasse gibt, dann hilft der Hund, indem er zu einem kommt und einen tröstet, weil ein Hund nämlich spürt, wenn jemand traurig ist.

 

Wie reagiert man bei Angst vor Hunden?

Es wird natürlich keiner dazu gedrängt, sich in der Nähe des Hundes aufzuhalten. Ängste werden immer ernst genommen. Aber es ist möglich, dass sich die Ängste abbauen, wenn der Kontakt mit dem Hund ganz zurückhaltend stattfindet. Und so kann die Angst vielleicht schrittweise weniger werden. Vorfälle oder Unfälle mit Schulhunden kommen kaum vor. Wenn die Ausbildung gut und die Behandlung richtig ist, dann passiert so etwas nicht! Wichtig: Ein Schulhund soll mit Respekt und nicht wie ein Kuscheltier behandelt werden. 

 

Nun wollen wir den CvL-Schulhund Emmi genauer vorstellen und haben dafür mit Emmis Frauchen, Josefa Winter, gesprochen:

Woher kommen Sie und Emmi?

Emmi kommt aus der Nähe von Straubing, ich bin aus der Ecke von Neuburg an der Donau. 

In welchen Klassen durfte Emmi schon mit dabei sein und wie haben die Schüler:innen reagiert? 

Sie war schon öfter in der 8c bei meinem Matheunterricht mit dabei. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr glücklich darüber und machen gerne Tricks mit Emmi.

Wieso wollten Sie einen Hund?

Ich fand Hunde schon als Kind immer toll. Hunde sind sehr menschenbezogen und mir bereitet es viel Freude, Hunde zu streicheln, Gassi zu gehen oder ihnen Tricks beizubringen.

Warum haben Sie mit Emmi die Schulhundausbildung gemacht?

Die Vorstellung, dass ein Hund im Klassenzimmer mit dabei ist, fand ich schon immer sehr schön. Nachdem Emmi als Welpe zu uns gekommen war, ich ihr Wesen kennengelernt habe und auch gemerkt habe, wie gern sie zur Hundeschule geht, habe ich mich intensiv mit dem Thema Schulhund beschäftigt. Das Konzept und die positiven Auswirkungen eines Schulhunds auf die Schülerinnen und Schüler haben mich dann überzeugt, die Ausbildung zu beginnen. Neben dem Einsatz im Klassenzimmer mache ich auch sehr gute Erfahrungen damit, dass mich Emmi in der schulpsychologischen Beratung begleitet. Ich habe das Gefühl, dass Emmi bei vielen Schülerinnen und Schülern und auch bei Eltern und Lehrkräften positive Gefühle hervorruft und auch Emmi sehr gerne in der Schule ist. Das zeigt mir, dass der Weg, sie als Schulhund einzusetzen, genau richtig war.

Gab es auch mal Schwierigkeiten oder war es eher einfach?

Ich würde sagen, dass Emmi insgesamt sehr brav ist und die Ausbildung zur Schulhündin gut gemeistert hat. Eine Sache, an der wir immer ein bisschen arbeiten müssen, ist, dass Emmi nie genug von Leckerlies hat, das heißt: Manchmal bettelt sie, weil sie mehr Leckerlies haben möchte. Ein Vorteil von der Sache ist, dass Emmi für einen Hundekeks nahezu alles machen würde. 

 

Den Text für die Serie „SchulJournalismus“ haben die Schülerinnen Carla Bartels, Mia Berger, Elâ Ersan und Eva Rausch erstellt. Die Fünftklässlerinnen sind Redakteurinnen der Schülerzeitung „GeLinde Gesagt“ und haben viel Engagement, Zeit und Herzblut in ihren Artikel gesteckt.

 

Fotos: Carl-von-Linde-Gymnasium